Was zählt als Eigenkapital?
Eigenkapital bei der Baufinanzierung ist breiter definiert als viele Käufer vermuten. Es umfasst:
Hartes Eigenkapital (direkt liquide verwendbar)
- Guthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten
- Wertpapierdepots (je nach Liquidierbarkeit)
- Zuteilungsreifer Bausparvertrag
- Lebensversicherungen (Rückkaufswert)
- Eigenkapital aus dem Verkauf einer anderen Immobilie
Weiches Eigenkapital (nicht sofort liquid, aber anerkennbar)
- Eigenleistungen (Muskelhypothek), handwerkliche Eigenleistungen beim Bau können von manchen Banken als Eigenkapitalersatz anerkannt werden. Typisch: 10.000-20.000 € bei versierten Eigenleistern. Voraussetzung: nachvollziehbare Kalkulation.
- Grundstück (bereits im Eigentum), wer das Grundstück bereits besitzt, bringt dessen Wert als Eigenkapital in die Finanzierung ein.
- Schenkungen, Geldschenkungen von Eltern oder Verwandten werden als Eigenkapital anerkannt, müssen aber dokumentiert sein.
- Erbschaften
Wie viel Eigenkapital brauchen Sie wirklich?
Kaufpreis: 400.000 € · Nebenkosten (ca. 10%): 40.000 €
| Eigenkapital | Darlehensbedarf | Beleihungsauslauf* | Zinswirkung |
|---|---|---|---|
| 0 € (0 %) | 440.000 € | >100 % | Sehr hoher Aufschlag |
| 40.000 € (10 %) | 400.000 € | ca. 100 % | Hoher Aufschlag |
| 80.000 € (20 %) | 360.000 € | ca. 90 % | Aufschlag |
| 120.000 € (30 %) | 320.000 € | ca. 80 % | Standard |
| 200.000 € (50 %) | 240.000 € | ca. 60 % | Bestes Angebot |
* Beleihungsauslauf bezogen auf Beleihungswert (hier vereinfachend = 80% des Kaufpreises = 320.000 €)
Die 20-Prozent-Empfehlung
Häufig wird empfohlen, mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital mitzubringen. Das hat zwei Gründe:
- Nebenkosten decken: Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch) von ca. 10-15% müssen in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden. 20% Eigenkapital bedeutet also: 10-15% für Nebenkosten, 5-10% echte Eigenkapitalbeteiligung am Kaufpreis.
- Vernünftiger Beleihungsauslauf: Mit 20% Eigenkapital landet man typischerweise bei einem Beleihungsauslauf von 80-90%, das ist für die meisten Banken akzeptabel.
Realismus ist wichtig: Mehr Eigenkapital ist fast immer besser, aber nicht um jeden Preis. Wer sein gesamtes Vermögen in eine Immobilie steckt, hat keine Liquiditätsreserve für Reparaturen, Jobverlust oder andere unerwartete Ausgaben. Eine Reserve von 3-6 Monatsgehältern sollte immer erhalten bleiben.
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