Baufinanzierung Lexikon

Was ist Eigenkapital bei der Baufinanzierung?

Eigenkapital bezeichnet alle eigenen finanziellen Mittel, die Sie in die Immobilienfinanzierung einbringen, im Gegensatz zum Fremdkapital (Bankdarlehen). Es reduziert den benötigten Kreditbetrag, senkt den Beleihungsauslauf und verbessert damit die Zinskonditionen.

Was zählt als Eigenkapital?

Eigenkapital bei der Baufinanzierung ist breiter definiert als viele Käufer vermuten. Es umfasst:

Hartes Eigenkapital (direkt liquide verwendbar)

Weiches Eigenkapital (nicht sofort liquid, aber anerkennbar)

Eigenkapitalberechnung

Wie viel Eigenkapital brauchen Sie wirklich?

Kaufpreis: 400.000 € · Nebenkosten (ca. 10%): 40.000 €

EigenkapitalDarlehensbedarfBeleihungsauslauf*Zinswirkung
0 € (0 %)440.000 €>100 %Sehr hoher Aufschlag
40.000 € (10 %)400.000 €ca. 100 %Hoher Aufschlag
80.000 € (20 %)360.000 €ca. 90 %Aufschlag
120.000 € (30 %)320.000 €ca. 80 %Standard
200.000 € (50 %)240.000 €ca. 60 %Bestes Angebot

* Beleihungsauslauf bezogen auf Beleihungswert (hier vereinfachend = 80% des Kaufpreises = 320.000 €)

Die 20-Prozent-Empfehlung

Häufig wird empfohlen, mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital mitzubringen. Das hat zwei Gründe:

  1. Nebenkosten decken: Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch) von ca. 10-15% müssen in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden. 20% Eigenkapital bedeutet also: 10-15% für Nebenkosten, 5-10% echte Eigenkapitalbeteiligung am Kaufpreis.
  2. Vernünftiger Beleihungsauslauf: Mit 20% Eigenkapital landet man typischerweise bei einem Beleihungsauslauf von 80-90%, das ist für die meisten Banken akzeptabel.

Realismus ist wichtig: Mehr Eigenkapital ist fast immer besser, aber nicht um jeden Preis. Wer sein gesamtes Vermögen in eine Immobilie steckt, hat keine Liquiditätsreserve für Reparaturen, Jobverlust oder andere unerwartete Ausgaben. Eine Reserve von 3-6 Monatsgehältern sollte immer erhalten bleiben.


Verwandte Begriffe

Häufige Fragen
Wie viel Eigenkapital brauche ich mindestens?
Mindestens die Kaufnebenkosten (10-15% des Kaufpreises) sollten aus Eigenkapital gedeckt sein, die meisten Banken finanzieren diese nicht mit. Empfohlen werden insgesamt 20-30% des Kaufpreises als Eigenkapital.
Zählen Eigenleistungen als Eigenkapital?
Ja, bei vielen Banken. Eigenleistungen (Muskelhypothek) können als Eigenkapitalersatz anerkannt werden, vorausgesetzt, sie sind nachvollziehbar kalkuliert und Sie haben die handwerklichen Fähigkeiten. Üblich sind 10.000-30.000 €.
Was wenn ich wenig Eigenkapital habe?
Eine Vollfinanzierung ist bei sehr guter Bonität möglich, aber teurer. Alternativ: Warten und mehr Eigenkapital ansparen, eine höhere Anfangsinvestition spart oft mehr als sie kostet. Wir beraten Sie ehrlich zu Ihrer konkreten Situation.
Muss Eigenkapital immer aus Ersparnissen stammen?
Nein. Schenkungen, Erbschaften, Auszahlungen aus Versicherungen oder der Verkauf anderer Vermögenswerte zählen ebenfalls. Wichtig ist, dass das Geld nachweislich vorhanden ist.

Noch Fragen zur Baufinanzierung?

Wir erklären Ihnen alles persönlich und finden die optimale Finanzierung für Ihre Situation, kostenlos und unverbindlich.

Kostenlos anfragen →