Baufinanzierung Lexikon

Was ist eine Grundschuld?

Eine Grundschuld ist ein dingliches Recht an einem Grundstück, das als Sicherheit für ein Darlehen dient. Sie gibt der Bank das Recht, im Fall der Nichtzahlung die Immobilie zur Schuldentilgung zwangsweise zu verwerten, also zu versteigern.

Grundschuld vs. Hypothek, der wichtige Unterschied

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Grundschuld und Hypothek oft synonym verwendet, rechtlich sind sie jedoch grundverschieden:

Vergleich

Grundschuld vs. Hypothek

MerkmalGrundschuldHypothek
Abhängigkeit vom DarlehenUnabhängig (abstrakt)Akzessorisch (darlehensgebunden)
HöheBleibt konstantSinkt mit der Tilgung
Nach RückzahlungBleibt bestehen (Eigentümergrundschuld)Erlischt automatisch
PraxisHeute StandardHeute kaum noch verwendet

In Deutschland verwenden Banken heute fast ausschließlich die Grundschuld, weil sie für die Bank flexibler handhabbar ist und nicht mit jeder Tilgungsrate angepasst werden muss.

Was bedeutet die Grundschuld für Sie als Eigentümer?

Die Grundschuld wird ins Grundbuch eingetragen, in Abteilung III. Solange das Darlehen läuft, kann die Bank aus dieser Grundschuld vollstrecken, wenn Sie Ihre Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen. Das Haus kann dann zwangsversteigert werden.

Entscheidend zu verstehen: Die Grundschuld und das Darlehen sind rechtlich getrennte Konstrukte. Die Grundschuld ist ein abstraktes Recht am Grundstück, das Darlehen ist der schuldrechtliche Vertrag mit der Bank. Im sogenannten Sicherungsvertrag (Zweckerklärung) wird geregelt, für welches Darlehen die Grundschuld als Sicherheit dient.

Kosten der Grundschuldeintragung

Die Grundschuldeintragung verursacht Kosten beim Notar und Grundbuchamt. Diese richten sich nach dem GNotKG (Gerichts- und Notarkostengesetz) und der Grundschuldhöhe:

Kostenbeispiel

Grundschuldkosten bei 300.000 € Darlehen

PositionBetrag (ca.)
Notargebühr (Beurkundung + Beglaubigung)ca. 540 €
Grundbucheintragungca. 270 €
Gesamtca. 810 €

Faustformel: ca. 0,2-0,3% der Grundschuldhöhe für Notar + Grundbuch zusammen.

Was passiert nach vollständiger Rückzahlung?

Nach vollständiger Tilgung des Darlehens verbleibt die Grundschuld zunächst im Grundbuch, sie erlischt nicht automatisch. Sie können dann wählen:

Praxis-Tipp: In den meisten Fällen empfiehlt es sich, die Grundschuld nach der Tilgung nicht sofort zu löschen, sondern als Eigentümergrundschuld zu belassen. Das spart bei einer späteren Finanzierung die Eintragungskosten.


Verwandte Begriffe

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Grundschuld und Hypothek?
Die Hypothek ist akzessorisch, sie ist direkt an das Darlehen geknüpft und sinkt mit der Tilgung. Die Grundschuld ist abstrakt, sie bleibt in voller Höhe bestehen, auch wenn das Darlehen bereits teilweise zurückgezahlt ist. In Deutschland ist heute fast nur noch die Grundschuld üblich.
Was passiert mit der Grundschuld wenn ich das Haus verkaufe?
Vor dem Eigentumsübergang muss das Darlehen in der Regel abgelöst und die Grundschuld gelöscht oder auf den Käufer übertragen werden. Das wird über den Notar beim Kauf abgewickelt.
Wer trägt die Kosten der Grundschuldeintragung?
Der Kreditnehmer (also Sie als Käufer) trägt die Kosten der Grundschuldeintragung. Diese werden Teil der Kaufnebenkosten.
Kann ich eine Grundschuld ohne Darlehen haben?
Ja. Nach vollständiger Tilgung des Darlehens bleibt die Grundschuld als sogenannte Eigentümergrundschuld bestehen. Sie können darauf kein Darlehen erzwingen, aber es vereinfacht eine zukünftige Finanzierung.

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